Die Weitenleiter: G, H, K, L, R
Varomed staffelt seine Modelle über fünf Weiten, und jede hat einen klaren Anwendungsfall:
- Weite G – Normalweite. Der durchschnittliche Fuß.
- Weite H – Komfortweite. Für kräftige oder leicht geschwollene Füße, wenn die normale Weite nicht mehr angenehm sitzt.
- Weite K – Überweite. Für deutlich kräftigere Füße mit mehr Platzbedarf.
- Weite L – Verbandschuhweite. Für stark geschwollene oder verbundene Füße.
- Weite R – Spezialweite. Für dicke Verbände, starke Schwellungen und Lymphödeme.
Diese Staffelung ist der eigentliche Grund, warum die Marke bei uns steht. Andere Hersteller enden bei K oder M. Varomed geht zwei Stufen weiter — und zwar mit Schuhen, die aussehen wie Schuhe.
Welche Stufe die richtige ist, messen wir aus. Die Weite wird an der breitesten Stelle im vorderen Fußdrittel genommen, etwa auf Ballenhöhe. Das dauert zwei Minuten und ersetzt jedes Schätzen.
Weite R: wenn nichts anderes mehr passt
Die Spezialweite verdient einen eigenen Abschnitt. Der Leisten ist noch einmal deutlich höher gebaut als bei der Verbandschuhweite und schafft dadurch erheblich mehr Volumen — der Hersteller spricht von rund vier Weiten Unterschied zu einem gewöhnlichen Schuh.
Das klingt nach einer Nische. Für uns ist es der Fall, der am häufigsten verzweifelt in die Filiale kommt: ausgeprägtes Lymphödem, ein Bein nach der Entstauungstherapie, ein Fuß mit dickem Verband nach einer Wundversorgung. Diese Menschen haben oft schon fünf Geschäfte hinter sich.
Wenn das Ihre Situation ist, rufen Sie vorher an. Weite-R-Modelle sind kein Regalstandard, und wir sehen vorab nach, was in Ihrer Größe verfügbar ist.
Waschbar bei 30 Grad
Ein Merkmal, das in Katalogen untergeht und in der Praxis den Unterschied macht: Viele Varomed-Modelle lassen sich in der Maschine waschen.
Warum das zählt, weiß jeder, der schon einmal eine offene Wunde am Fuß versorgt hat. Ein Schuh, der über Wochen bei einer Wundversorgung getragen wird, nimmt einiges auf. Ein Schuh in der häuslichen Pflege ebenso. Und ein Schuh, den man nicht reinigen kann, wird irgendwann selbst zum Problem.
Waschen Sie im Schonwaschgang bei 30 Grad und lassen Sie die Schuhe an der Luft trocknen — nie auf der Heizung und nie im Trockner. Nehmen Sie vorher die Einlage heraus.
Innen: nahtfrei und antibakteriell
Die Verbandschuhmodelle sind im Inneren weitgehend nahtfrei verarbeitet. Das ist kein Komfortdetail, sondern Voraussetzung: Wo eine Naht auf dünne oder verletzte Haut trifft, entsteht binnen Stunden eine Druckstelle.
Dazu kommt bei vielen Modellen ein Frottee-Innenfutter mit Silber-Ionen, das Feuchtigkeit aufnimmt und antibakteriell ausgerüstet ist. Der Hersteller beschreibt eine Wirkung gegen Bakterien und Hautpilz sowie eine Reduzierung von Schweißgeruch.
Wir formulieren das zurückhaltender: Ein saugfähiges, hygienisch ausgerüstetes Futter ist bei empfindlichen Füßen sinnvoll — es ersetzt aber keine Wundversorgung und keine ärztliche Behandlung. Wenn an Ihrem Fuß etwas offen ist, gehört das zuerst zum Arzt.
Ihre Einlagen passen hinein
Die serienmäßigen Einlegesohlen sind herausnehmbar — bei manchen Modellen ein Weichschaumbett von wenigen Millimetern, bei anderen eine gepolsterte Sohle mit Memoryschaum.
Für unsere Werkstatt heißt das: Wir tauschen die Serieneinlage gegen Ihre orthopädische Einlage. Bei den weiten Modellen ist dafür genug Volumen vorhanden, was bei einem Verbandschuh keine Selbstverständlichkeit ist — viele Konkurrenzprodukte haben zwar Platz für den Verband, aber keinen mehr für eine Einlage.
Bringen Sie Ihre vorhandenen Einlagen zur Anprobe mit. Und wenn Sie eine Orthese tragen: Die weit zu öffnenden Klettverschlüsse machen mehrere Modelle auch dafür brauchbar. Sagen Sie es uns, dann sortieren wir gezielt vor.
Wenn beide Füße unterschiedlich sind
Varomed führt Einzelschuhe — also die Möglichkeit, einen einzelnen Schuh statt eines Paars zu beziehen.
Das betrifft mehr Menschen, als man denkt. Wer nach einer Operation nur an einem Fuß einen Verband trägt, braucht dort einen Verbandschuh und am anderen Fuß seinen normalen Schuh. Wer eine Prothese trägt, hat unter Umständen nur einen Fuß zu versorgen. Und es gibt schlicht Menschen, deren Füße zwei Größen auseinanderliegen.
Bislang bedeutete das: zwei Paare kaufen und zwei Schuhe wegwerfen. Fragen Sie uns danach, wenn das Ihr Thema ist — wir klären, was für Ihr Wunschmodell möglich ist.
Für wen wir Varomed empfehlen
- Bei Schwellungen und Lymphödem. Die Weiten L und R sind genau dafür gebaut, und die Klettverschlüsse gehen im Tagesverlauf mit.
- Nach einer Fußoperation oder bei einem Verband. Die klassische Anwendung der Verbandschuhweite.
- Bei sehr empfindlichen oder verformten Füßen. Nahtfreie Innenverarbeitung, weiche Stretchmaterialien, viel Volumen.
- In der Pflege und im Pflegealltag. Waschbare Modelle, leichtes An- und Ausziehen, sicherer Halt.
Der Zusammenhang mit Ihrer Kompressionsversorgung
Wenn Sie Kompressionsstrümpfe oder eine Bandagierung tragen, gehört der Schuh zwingend in dieselbe Planung.
Eine Kompressionsversorgung nimmt Volumen ein. Ein Schuh, der ohne Strumpf passt, drückt mit ihm — und ein Druck, der auf eine ödematöse oder dünn gewordene Haut wirkt, ist kein Komfortproblem, sondern ein Risiko. Umgekehrt gilt: Nach einer Entstauung braucht der Fuß weniger Platz als davor, und ein zu weiter Schuh gibt keinen Halt mehr.
Deshalb fragen wir immer danach. Bringen Sie Ihre Kompressionsversorgung zur Anprobe mit und ziehen Sie sie an. Ein Schuh, der mit nacktem Fuß probiert wurde, sagt in diesem Fall nichts aus.
Warum die Marke in unser Regal gehört
Varomed ist keine Marke, die man aus modischen Gründen kauft. Sie steht bei uns, weil sie eine Versorgungslücke schließt, die sonst offen bleibt.
Zwischen einem normalen Bequemschuh und einem orthopädischen Maßschuh liegt ein weites Feld. Dort stehen Menschen, deren Füße für die Konfektion zu groß, zu geschwollen oder zu empfindlich geworden sind, für einen Maßschuh aber medizinisch oder wirtschaftlich noch nicht in Frage kommen — oder die schlicht eine Übergangslösung für sechs Wochen brauchen.
Für diese Zeit ist Varomed unsere Antwort. Und wenn danach mehr nötig ist, sprechen wir über den orthopädischen Maßschuh.
Was wir zusätzlich damit machen
- Eigene Einlagen. Passend zum Modell und, wo nötig, in einer flacheren Variante für stark gefüllte Schuhe. Details unter Einlagen.
- Anpassungen im Einzelfall. Riemenverlängerung, zusätzliche Polsterung, Ausweitung an einer Druckstelle — vieles davon machen wir in unserer Werkstatt.
- Diabetesgerechte Auswahl. Weiche Verarbeitung, druckfreie Nähte, regelmäßige Kontrolle. Mehr dazu unter Diabetesversorgung.
- Abstimmung mit der Kompressionsversorgung, wenn beides aus einer Hand kommt.
Kassenrezept und Eigenanteil
Hier unterscheidet sich Varomed von den Modemarken in unserem Sortiment: Verband- und Therapieschuhe sind Medizinprodukte, und ein Teil des Sortiments kommt bei entsprechender Verordnung für eine Kostenbeteiligung in Betracht.
Ob das in Ihrem Fall zutrifft, hängt von der Diagnose, der Verordnung und dem Vertrag Ihrer Krankenkasse ab — pauschal lässt sich das nicht sagen. Wir prüfen es für Sie, bevor Sie sich entscheiden.
Eine vorhandene Verordnung können Sie vorab über Rezept einreichen an uns senden. Dann klären wir die Kostenfrage, während Sie sich um Wichtigeres kümmern.
Kommen Sie zum Anprobieren
Bei geschwollenen Füßen ist der Zeitpunkt der Anprobe entscheidend. Kommen Sie nachmittags oder abends, nicht morgens — sonst kaufen Sie einen Schuh, der ab vierzehn Uhr nicht mehr passt.
Bringen Sie mit, was Sie am Fuß tragen: Verband, Kompressionsstrumpf, Orthese, Ihre Einlagen. Und sagen Sie uns, wie lange der Zustand voraussichtlich anhält. Ein Schuh für sechs Wochen nach einer Operation ist ein anderer als einer für ein dauerhaftes Lymphödem.
Nicht jede unserer Filialen führt alle Marken, und die weiten Modelle sind nicht überall vorrätig. Rufen Sie vorher kurz an — die Nummern finden Sie in der Filialübersicht. Wenn Sie grundsätzlich über Ihre Versorgung sprechen möchten, ist auch unsere Experten-Sprechstunde ein guter Weg.