Hausschuhe sind kein Nebenthema
Rohde ist vor allem ein Hausschuhhersteller. Und genau deshalb steht die Marke bei uns im Regal.
Denken Sie kurz nach, wie viele Stunden Sie täglich zu Hause auf den Beinen sind. Bei vielen unserer Kundinnen und Kunden – Menschen im Ruhestand, Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Menschen nach einer Operation – ist es der größere Teil des Tages. Und für genau diese Stunden tragen die meisten das Schlechteste, was sie besitzen: ausgelatschte Pantoffeln ohne Fersenhalt, in denen der Fuß bei jedem Schritt vorn hineinrutscht.
Das ist keine Kleinigkeit. Ein Hausschuh ohne Fersenfassung verändert das Gangbild, weil der Fuß die Zehen krallen muss, um ihn zu halten. Auf Teppichkanten und Treppenstufen ist das die schlechteste Ausgangslage, die man haben kann. Ein Hausschuh mit geschlossener Ferse oder verstellbarem Riemen kostet nicht mehr und gibt Halt.
Wir sagen das nicht, um Ihnen ein zweites Paar zu verkaufen. Wir sagen es, weil wir in der Beratung regelmäßig hören, was passiert ist; und weil sich das Risiko mit einem Handgriff senken lässt.
Die zweite Hälfte des Tages
Es gibt eine Rechnung, die wir in der Beratung gern aufmachen, weil sie fast immer überrascht: Wer nicht mehr berufstätig ist, verbringt einen großen Teil des Tages in der eigenen Wohnung.
Rechnen Sie es für sich nach. Morgens im Bad, Frühstück, Küche, Wohnzimmer, noch einmal Küche, Wäsche in den Keller, Blumen gießen. Zwischendurch vielleicht ein Gang zum Bäcker. Für die zwanzig Minuten draußen tragen Sie einen guten Schuh, für die restlichen Stunden das, was neben der Tür steht.
Diese Rechnung ist der ganze Grund, warum wir über Hausschuhe reden. Nicht weil sie ein spannendes Produkt wären, sondern weil sie den größeren Anteil haben.
Einlagen gehören auch in den Hausschuh
Der zweite Punkt, der uns bei dieser Marke wichtig ist: Viele Rohde-Modelle haben ein herausnehmbares Fußbett, vor allem Clogs und geschlossene Hausschuhe.
Damit lassen sich Ihre orthopädischen Einlagen auch zu Hause tragen. Das klingt banal, ist es aber nicht. Wer Einlagen verordnet bekommt und sie nur in den Straßenschuhen trägt, nutzt seine Versorgung an vielleicht drei von zwölf Wachstunden. Die Fehlstellung, gegen die die Einlage arbeitet, arbeitet den Rest des Tages weiter.
Fragen Sie uns danach. Wir prüfen, ob Ihre vorhandene Einlage in ein bestimmtes Modell passt. Und wenn nicht, bauen wir Ihnen eine zweite, flachere für den Hausgebrauch. Das ist eine der Anpassungen, die wenig kostet und viel bringt.
Nicht jedes Rohde-Modell hat ein Wechselfußbett. Die Produktbeschreibungen des Herstellers geben darüber Auskunft, und wir sehen es Ihnen im Laden direkt an.
Was Rohde sonst verbaut
Über die Hausschuhe hinaus führt Rohde Pantoletten, Clogs, Sandalen und Halbschuhe. Wiederkehrende Merkmale:
- Weiche Materialien. Der Schwerpunkt der Marke liegt seit Jahrzehnten auf nachgiebigen Obermaterialien statt auf festen Schäften.
- Ergonomische Fußbetten, bei vielen Pantoletten mit einem Kern aus Kork und Latex – ein Aufbau, der sich mit der Zeit an den Fuß anformt.
- Weite G als häufige Standardausstattung, dazu Modelle mit verstellbaren Riemen oder Schnallen für eine variable Passform.
- Rutschhemmende Sohlen. Für den Hausgebrauch der wichtigste Punkt nach der Ferse.
Für wen wir Rohde empfehlen
- Wenn Sie viel Zeit zu Hause verbringen. Das ist die Kernanwendung.
- Wenn Sie Einlagen tragen und sie auch drinnen nutzen wollen. Modelle mit Wechselfußbett machen das möglich.
- Wenn Sie einen Schuh brauchen, der leicht anzuziehen ist. Pantoletten und Clogs mit Schnallen kommen ohne Bücken aus.
- Wenn Sie nach einer Operation oder mit Verband unterwegs sind. Verstellbare Riemen schaffen Volumen, das ein geschlossener Schuh nicht hergibt. Ob im Einzelfall ein Verbandschuh die bessere Lösung ist, klären wir mit Ihnen.
Ein Wort zu empfindlichen Füßen
Wenn Sie Diabetes haben, gilt für den Hausbereich dasselbe wie für draußen. Nur wird es dort häufiger vergessen.
Barfuß oder in Socken durch die Wohnung zu gehen, ist bei eingeschränktem Empfinden riskant. Eine Scherbe, ein Legostein, eine Heftzwecke werden nicht bemerkt, und aus einer kleinen Wunde wird ein großes Problem. Ein geschlossener Hausschuh mit weicher Innenverarbeitung und ohne drückende Nähte ist deshalb Teil der Versorgung, nicht Zubehör.
Was dabei zu beachten ist und wie wir vorgehen, steht auf unserer Seite zur Diabetesversorgung. Sprechen Sie uns an, bevor etwas passiert.
Was wir zusätzlich damit machen
Auch beim Hausschuh endet unsere Arbeit nicht am Verkaufstisch:
- Einlagen für drinnen. Oft flacher gebaut als die Straßenvariante, damit sie in ein Hausschuhmodell passen. Details unter Einlagen.
- Kleine Anpassungen. Ein zusätzliches Polster, eine Ausweitung an einer Druckstelle, ein Riemen, der versetzt wird – vieles davon machen wir in unserer Werkstatt.
- Beratung zum Zusammenspiel. Straßenschuh, Hausschuh und Einlage müssen zusammenpassen. Wir schauen uns das als Ganzes an, nicht als Einzelkauf.
Wenn eine Fehlstellung so ausgeprägt ist, dass ein Konfektionsmodell nicht mehr trägt, sprechen wir über Schuhzurichtungen oder den orthopädischen Maßschuh.
Warum die Marke in unser Regal gehört
Rohde ist die unspektakulärste Marke in unserem Bequemschuhsortiment. Kein patentiertes Sohlensystem, keine sieben Weiten, kein Gütesiegel.
Sie steht trotzdem im Regal, weil sie eine Lücke schließt, die uns in der Beratung ständig begegnet. Menschen investieren in gute Straßenschuhe und in verordnete Einlagen. Und laufen dann elf Stunden am Tag in Pantoffeln, die sie vor Jahren geschenkt bekommen haben. Der beste Straßenschuh gleicht das nicht aus.
Für uns ist der Hausschuh deshalb kein Zubehör am Ende des Gesprächs, sondern ein eigener Punkt auf der Liste. Fragen Sie uns danach, auch wenn Sie eigentlich wegen etwas anderem gekommen sind.
Pflege
Textil und Leder brauchen Unterschiedliches. Textile Hausschuhe lassen sich meist ausbürsten und mit einem feuchten Tuch reinigen; Lederschuhe brauchen Bürste und Creme, gelegentlich Imprägnierung.
Lüften Sie Hausschuhe regelmäßig aus und nehmen Sie das Fußbett heraus, wenn es sich entnehmen lässt. Hausschuhe werden stärker durchgeschwitzt als Straßenschuhe, weil sie länger getragen werden. Das wird oft unterschätzt.
Und tauschen Sie sie rechtzeitig. Ein Hausschuh, dessen Fersenkappe eingeknickt und dessen Sohle glatt gelaufen ist, hat seine Aufgabe verloren, auch wenn er noch heil aussieht.
Kassenrezept und Eigenanteil
Hausschuhe sind in der Regel keine Kassenleistung. Eine Beteiligung kommt allenfalls über die Einlagen in Betracht, die Sie darin tragen, oder über eine Zurichtung.
Was in Ihrem Fall möglich ist, klären wir vorher. Eine vorhandene Verordnung können Sie über Rezept einreichen an uns senden.
Kommen Sie zum Anprobieren
Probieren Sie Hausschuhe mit den Socken an, die Sie zu Hause tragen und bringen Sie Ihre vorhandenen Einlagen mit.
Gehen Sie ein paar Schritte. Achten Sie darauf, ob die Ferse mitgeht oder ob Sie die Zehen krallen müssen. Das ist der eine Test, der über den Nutzen entscheidet.
Nicht jede unserer Filialen führt alle Bequemschuhmarken. Rufen Sie vorher kurz an – die Nummern finden Sie in der Filialübersicht.